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the jazzplanets

Bigbandarrangement the Planets, Holst


Gustav Holst "the planets" meets Bigband

DIE PLANETEN von Gustav Holst aus dem Jahre 1914-1916 zählen zu einem der bekanntesten Orchesterwerke des 20 Jhd. Seine programatische Tiefe und neuen Impulse in Sachen Orchestration und Harmonik beeinflussten u.a. Filmkomponisten wie John Williams, James Horner oder Jerry Goldsmith und wirken noch heute fort.

Dabei war das ursprüngliche Werk in seiner ersten Fassung für zwei Klaviere sehr sparsam orchestriert. Später erfolgte durch Holst die farbenreiche Bearbeitung für Orchester.

Der Klangkörper "Bigband" als das umfangreichste gängige Jazzensemble der Gegenwart bietet in puncto Klangfarbenreichtum eine ebenfalls breite Palette, welche sich für die Umsetzung des Werkes anbietet. Ein wesentliches Element des Jazz ist die Improvisation. So wird in jedem der Sätze ein anderer Solist, passend zur Thematik des Satzes, in den Vordergrund gestellt. Ausnotierte Passagen, die das Material von Holst (melodisch und harmonisch) aufgreifen mit improvisierten Elementen werden kontrastierend gegenüber gestellt.

Mark Schwarzmayr nahm sich des Werkes an und schuf eine Adaption der PLANETS für Jazzorchester.


instrumentation

altosax 1, doubles on flute, sopransax, bass-clarinet, solo on "Jupiter"
altosax 2, doubles on flute, clarinet
tenorsax 1, doubles on clarinet
tenorsax 2, doubles on flute
baritonsax, doubles on clarinet, bass-clarinet

trumpet 1, several mutes, doubles on flugelhorn
trumpet 2, several mutes, doubles on flugelhorn
trumpet 3, several mutes, doubles on flugelhorn
trumpet 4, several mutes, doubles on flugelhorn
trumpet 5 several mutes, doubles on flugelhorn

trombone 1, several mutes
trombone 2, several mutes
trombone 3, several mutes
trombone 4 (basstrombone), several mutes

keys, acousic/electric piano/synth/organ, solo on "Mars"
bass, acoustic/electric bass, low b-string prefered
guitar, jazz-guitar, electric guitar, solo on "Uranus"
drums, jazz-drumset, solo on "Merkur" and "Mars"
percussion, latinpercussion, cymbals, belltree, triangle, solo on "Merkur"

additional soloist

Planet Mars, bringer of war: electronics & loops
Planet Venus, bringer of peace: altosax
Planet Merkur, the winged messenger: flute
Planet Jupiter, bringer of jollity: tenorsax
Planet Saturn, the bringer of old age: trombone
Planet Uranus, the magician: trumpet
Planet Neptun, the mystic: flugelhorn

the planets-jazzorchestra

conducted by Mark Schwarzmayr

        


woodwinds

Benjamin Steil
Alexander Jung
Ralf Fronhöfer
Steffen Müller-Kaiser
Udo Salamon
Stephanie Wagner

trumpets

Ralph Himmler
Sandor Kovacs
Heiko Hubmann
Gero Hensel
Volker Bender

trombones

Sven Adelberger
Karoline Vogt
Andreas Weil
Georg Maus

rhythmsection

Mark Schwarzmayr (keys)
Florian Hofmann (guitar)
Andreas Büschelberger
(bass)
Berthold Möller (drums)
Cris Gavazzoni (perc)


 


rrecorded and mixed at BIG NOISE in a silent corner Studio

3rd Planet (Earth) of our Solarsystem,
Germany, Seeheim

my thougts:


Ich muss so ungefähr 12 Jahre gewesen sein, als ich an einem Abend alleine zu Hause war. Spät abends lief im Fernsehen damals der Film "ALIEN". Ich war tief faziniert aber auch sehr verängstigt. Die bedrohende Atmosphäre dieses Kinoklassikers enstand bei mir nicht nur durch die Geschichte oder die Bilder sondern, auch durch die geheimnisvolle, fremdartige Musik von Jerry Goldsmith. Tagelang konnte ich kaum einschlafen, so stark war die Wirkung des Films auf mich.

Kurz darauf, sah ich dann bei einem Freund das erste mal "STAR WARS" und die Themen und Klangfarben von John Williams waren mindestens genauso beeindruckend. Meine Liebe zu großen orchestralen Klängen war geweckt.

Doch woher hatten diese Komponisten ihre Inspiration? Was war das Fundament. Es dauerte einige Jahre bis ich Igor Strawinsky "le sacre du printemps" oder eben Gustav Holst "the planets" hörte und sofort lieben lernte. Da waren sie wieder. Diese Akkorde, diese Orchestrationen, diese ungewöhnlichen Formen. Doch ich war auf einer anderen Reise....der Reise in den Jazz. Großformationen wie die Bigband hatten mich in den Bann gezogen. Wäre es nicht möglich, so ein Werk für Bigband zu schreiben?


timewarp - Zeitsprung


2020 war alles anders. Meine Reise wurde urplötzlich durch eine Pandemie gestoppt. Was ich aber auf einmal hatte war Zeit. Auftritte und andere Produktionen waren nicht möglich. Also warum diesen Freiraum nicht nutzen und das Projekt "the jazz planets" endlich angehen. Doch wie? Wie schafft man aus einer völlig durchkomponierten Orchestermusik ein Werk für Jazzorchester, welches Raum für Improvisation lässt? Diese Werke funktionieren völlig anders, als die meiste Bigbandmusik mit klaren Themen und Formteilen für die Improvisation.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt aus der Haustür. Ein wesentliches Element des Jazz ist die Improvisation. Schnell war klar, das jeder Planet einen eigenen Solisten haben soll, der den Charakter des Planeten und der Musik repräsentiert. Ich versenkte mich in das Werk von Gustav Holst, tauchte ein und fing an zu schreiben, Experimentierte mit harmonischen Strukturen und Grooves, erarbeitet die Orchestration. Die Ideen flossen und irgendwann, nach vielen Wochen hielt ich die Partitur der JAZZPLANETS in den Händen.

Dabei freute ich mich immer mehr über das, was Gustav Holst als "Vorlage" geschaffen hatte. Das konnte ein Thema, ein Akkord oder eine interessante Klangfarbe sein. Während draußen die "schlechten Corona-Nachrichten" allgegenwärtig waren, hatte ich einen Platz im Universum gefunden, der voller Spannung und Schönheit war.

Als sich abzeichnete das sich die Situation für Livemusik auch im folgenden Jahr 2021 nicht wirklich verbessern würde, entstand die Idee einer Aufnahme. Alle Musiker, die ich ansprach, waren sofort mit großen Engagement dabei. Noch nie war es so einfach gemeinsame Termine zu finden.

Doch wo eine Bigband aufnehmen? Alle Studios waren geschlossen, niemand konnte ein Großensemble unter den Abstandsregeln live aufnehmen. Hotels für die Musiker waren zu, Restaurants für die Bewirtung im Lockdown, Grenzen geschlossen, Konzerthallen dicht....

Glücklicherweise verfüge ich über ein eigenes Studio mit der Möglichkeit in mehreren getrennten Räumen einzelne Sections aufzunehmen. Also trafen sich zu einer ersten Session die Rhytmusgruppe und Solisten um die Planeten einzuspielen. Im Anschluß daran erfolgten dann die einzelnen Bläsersections (Posaunen, Trompeten, Holzbläser), die die Aufnahmen komplettierten. Und dann kam die Mischung...aus den Aufnahmen formte ich den Gesamtklang, der heute in dieses Album JAZZPLANETS geflossen ist. Ein Projekt welches allen Musikern auch in der Zeit ohne Livemusik die Möglickeit eröffnete sich künstlerisch auszudrücken..

                   

                   









 

Danke:

Solch ein Projekt wäre niemals möglich gewesen, wenn nicht viele Leute zum Gelingen beigetragen hätten.

Danke an Gustav Holst für seine fantastische Komposition, ich kann mich nicht tief genug verneigen.

Danke an alle Musiker, die mit ihrer Performance meine Vision zum Leben erweckt haben. Mit euch als Crew fliege ich bis über das Sonnensystem hinaus.

Ohne die Unterstützung meiner Famillie und meiner Freunde wären die Jazzplanets niemals von der Startrampe abgehoben. Danke vielmals.

Danke an die hessischen Kulturstiftung und den Musikfond, die die Produktion finanziell in verschiedenen Stadien gefördert haben.




 
 
MARS, the bringer of war, Der erste und bekannteste Planet in Gustav Holst Werk ist der Planet Mars. Astronomisch nicht ganz korrekt, eigentlich läuft ja Merkur als der innerste Planet um die Sonne. Der Planet Mars hat einen Marschcharakter, welcher in der ungewöhnlichen Taktart 5/4 steht. Die in der Vorlage vorhandene Dramatik des mechanisierten Krieges prägt die Eröffnung von „the planets“.

Aus diesem Grunde wurde der erste Satz der „the jazz planets“ nicht mit einem klassischem Solisten verknüpft. Vielmehr spielt die Bigband zu gesampelten Loops und Elektronics. Die Samples eröffnen das Stück, unerbittlich geben sie den 5/4 Groove vor, eine „Maschine“ die sich nur schwer aufhalten lässt. Bewusst ist der Kontrast des starren elektronischen Rahmens mit dem menschlichen Element gewählt. Das Jazzdrumset beginnt den Dialog mit der Maschine. Nach und nach schälen sich dann Melodien und Themen aus dem Klangteppich. Die Bigband setzt sich auf den unerbittlichen Kriegstakt. Das immer wieder auftauchende 5/4 Grundmotiv in Verbindung mit vielen und der große Dynamikumfang von leise bis zum absoluten fortissimo geben dem Mars die Wucht eines wahrhaftigen und wehrhaften Kriegsgottes.


Das gesamte Programming erfolgte durch den Arrangeur Mark Schwarzmayr.



 

VENUS, the bringer of peace, Leise zarte Töne, ruhiges Tempo aber auch beschwingte Passagen im 3/4 Takt erzeugen Atmosphäre. Der lyrische Charakter des Altsaxophones bot sich als Solist dieses Satzes an.

So beginnt der Solist ganz alleine diesen Satz, leise antwortet das Klavier. Nach einigen Takten stimmen Posaunen, Gitarre und Kontrabass in eine Hymne auf den Frieden ein. Der weiche, liebliche Charakter findet sich in der Orchestration wieder: Posaunen mit bucket-mutes, Woodwind-Doublings (clarinet/flute), Trompetensatz mit Flügelhörnen.

Den Part des Friedensbringers hat Altsaxophonist Benjamin Steil inne. Benjamin Steil ist einer der vielseitigsten Saxofonisten der jungen deutschen Szene. Seit seinem Abschluss an der Musikhochschule Köln wandelt er fließend zwischen verschiedensten musikalischen Projekten. Er spielt alle Saxophone, Klarinetten und Querflöten, komponiert, arrangiert und ist regelmäßig Dozent bei Bigband-Workshops. Er spielt in kleinen Jazzensembles, arbeitet mit Bigbands, Sinfonieorchestern und Rock/Pop-Bands. Über 100 Konzerte jährlich führen ihn regelmäßig durch ganz Europa und auch in die weit entlegensten Gebiete der Welt. Insgesamt führten ihn Konzerte in mehr als 30 Länder.

Benjamin Steil ist Lead-Altist im World Famous Glenn Miller Orchestra und regelmäßig arbeitet er mit den Bigbands von WDR und HR. Seine Vielseitigkeit zeigt sich aber auch in Projekten mit dem Beethoven Orchester Bonn oder der Band von Gregor Meyle. Highlights seiner musikalischen Laufbahn waren Konzerte mit Musikern wie Jimmy Heath, Peter Erskine, Dave Liebman, Dr. Lonnie Smith, Vince Mendoza, Ronnie Cuber und vielen weiteren Schwergewichte


 
 

MERKUR, the winged messenger ist das Flötenfeature. Der kleinste aber auch der schnellste Planet im Sonnensystem und mit bis zu 450 Grad auch recht "warm". So wurde aus Merkur eine schnelle 6/8 Latinnummer, die sich sowohl polyharmonisch auch polyrhythmisch durch den Jazzorbit bewegt.

Stephanie Wagner übernimmt den Part des Götterbotens.

Stephanie Wagner studierte zunächst klassische Flötte. Während des klassischen Studiums entdeckte sie den Jazz und studierte anschließend Jazzflöte in Mainz und am Berklee College of Music.

2011 erhielt sie den Jazzpreis der Stadt Worms als herausragende Instrumentalistin auf hohem technischem Niveau, sowie für ihre innovative Arbeit in unterschiedlichen Formationen, in denen sie ihre Persönlichkeit unverkennbar einbringt. Sie konzertierte mit Marilyn Mazur, Florian Weber, Wilson de Oliviera, Volker Engelberth, Steffen Weber, Dirk Raufeisen, Martin Auer, den Söhnen Mannheims usw


 

JUPITER, the bringer of jollity, dieser Planet ist der größte in unserem Solarsystem und der Satz JUPITER auch der umfangreichste. Über Funk geht es zu Coltranesquen-Passagen und Swing-Abschnitten. Jupiter besitzt übrigens den größten Wirbelsturm des Sonnensystems (Alter über 200 Jahre, Größe 1,5 facher-Erddurchmesser) und deswegen gibt es in diesem Satz zweiausgedehnte Solopassagen für das Tenorsax. "There is a storm coming".

Jupiter ist das Feature für das Tenorsaxophon, welches in den Händen von Ralf Fronhöfer ist.

Ralf Frohnhöfer, zählt in der Jazz-Szene Rhein-Main zu den aufstrebenden Saxofonisten seiner Generation. Sein Stil zeichnet sich aus durch sonores Spiel mit einem warmen, sonnigen Ton sowie großem Gespür für Harmonie und Melodik. Gefühlvoll, geradezu lyrisch trägt er seine Stücke vor, arbeitet akribisch Details und feine Nuancen heraus. Er spielte unter anderem im Bundesjugendjazzorchester, der HR Big Band und vielen weiteren namhaften Formationen. Prominente Künstler, mit denen Frohnhöfer im Rahmen verschiedener Projekte bereits zusammenarbeitete, sind Randy Brecker, Ack van Rooyen, James Morrison, Tom Gäbel, Max Mutzke, ZAZ, Jane Monheit, Frankfurt Radio Big Band, Jim McNeely, Mike Holober, Jörg Achim Keller und viele mehr. Auch wirkte er bei diversen Fernsehproduktionen von ARD, ZDF, SWR, HR und ProSieben wie u.a. Schlag den Raab oder Bundesvision Song Contest mit.


 
SATURN, the bringer of old age ist als Posaunenfeature angelegt. Langsame, bedrohliche Akkorde vom Rhodes, Soundscapes aus Dämpfern und Woodwinds und Solopassagen im Stil von Duke Ellington charakterisieren diesen Satz.

Der Solist ist Andreas Weil an der Soloposaune.

Andreas Weil studierte Posaune in Frankfurt und München. Seit Juni 2003 ist er als Soloposaunist beim Landespolizeiorchester in Mainz, regelmäßige Engagements an der Oper Frankfurt, Staatstheater Mainz, Darmstadt, Wiesbaden, Musicalproduktionen deutschlandweit...


 
URANUS, the magician ist der direkte Nachbar von Neptun. Sein blaugrünes Schimmern kommt durch seine einzigartigen Wolkenschichten aus Methan. Er zählt als Planet zu den Eisplaneten.

Musikalisch baute Gustav Holst seinen Satz aus einem minimalen Motiv. Dieses Motiv bildet die Grundlage für ein Reise zum Uranus im Shuffle-Style.

Den Solopart hat die Trompete inne, welche vom Münchner Musiker Gero Hensel interpretiert wird.

Gero Hensel studierte Bachelor Jazztrompete in Mainz und anschließend in München Master Jazztrompete und Master Jazzkomposition. Er ist als freischaffender Jazztrompeter deutschlandweit aktiv (z.B. Konzerte in der Mercedes-Benz-Arena Berlin, Auftritt im ARD-Fernsehgottesdienst, Studioaufnahmen für Felix Jaehn). 2019 wurde er mit dem zweiten Preis beim Kurt-Maas-Jazz-Award ausgezeichnet. Er ist Teil verschiedenster Ensembles und leitet auch eigene Projekte, z.B. das „Gero Hensel Ensemble“, mit dem er sich ausschließlich auf seine eigene Musik und seine eigenen Kompositionen konzentriert.


 
NEPTUN, the mystic, ganz am anderen Ende unseres Sonnensystemes zieht Neptun seine stillen Bahnen. In der Jazzplanets-Suite stellt der ruhige Satz das Feature für Flügelhorn da. Langsame 5/4 atmosphärische Grooves und komplexe Akkorde bilden die düstere, mystische Stimmung. Im Inneren Kern entfaltet sich ein ausgedehntes improvisiertes Solo. Bevor wir das Sonnensystem verlassen erfolgt noch ein 5-stimmiger Kanon der Flügelhorn-Section.

Das Solo-Flügelhorn befindet sich in den Händen von Heiko Hubmann.

Heiko Hubmann studierte Jazztrompete in Mainz und Köln. Er arbeitet als Live und Studiomusiker für Musicals, Staatstheater und Rundfunkanstalten. Er spielte mit Künstlern wie Bobby Shew, Herb Geller, Bob Mintzer, Kenny Wheeler, Paul Kuhn, Pe Werner, Vicky Leandros, Xavier Naidoo, Marc Marshall etc. Musikalisch besticht er durch sein hohes melodisches Gespür und Tonqualität.

                                                                                            
Bilder von der Recordingsession
                                                          

 
Benjamin Steil Gustav Holst Bigband

Ralf Fronhöfer, Gustav Holst Jazz


 
Heiko Hubmann, Gustav Holst Jazz Gero Hensel, Gustav Holst Jazz


 
Andreas Weil, Gustav Holst Jazz

 

 
Berthold Möller, Gustav Holst Jazz Andreas Büschelberger, Gustav Holst Jazz

 
Florian Hofmann, Gustav Holst Jazz Mark Schwarzmayr Bigband Arrangeuer  
   
woodwindsection recording
trumpetsection Recording im BIG NOISE in a silent corner Studio

 
Barisax Seeheim-Jugenheim

Trombonesection Recording Darmstadt